da wir wahnsinniges Interesse an eurem Board haben, wollten wir unsere Ideen vorerst bei euch vorstellen, um zu sehen, ob wir überhaupt zu euch passen bzw. gleich Anschluss bei euch finden könnten. Wir sind drei Spieler. Jeder von uns wäre auch bei Interesse und Fragen über Discord erreichbar.
Eine Gruppe von sechs, sieben Leuten (werden vermutlich auch später gesucht). Sie wissen genau was sie tun. Stürmen rein, meistens bewaffnet. Sie sind gut organisiert, verletzen nie irgendwelche Leute. Keine Tote. Sie hinterlassen keine Fingerabdrücke, keine Spuren, keinen einzigen Hinweis. Meistens sind sie maskiert. Je nach Überfall tragen sie manchmal Masken von Comicfiguren, ehemalige Präsidenten der vereinigten Staaten, manchmal aber auch einfache Eishockey-Masken. Sie dringen in die Villen reicher Leute ein, bestehlen sie, hauen lautlos wieder ab, wie Schlangen. Die Presse gab ihnen einst den Namen „Snakes“. Wenn sie keine reichen Leute ausrauben, sind es gelegentlich Verstecke von Gangs, wo Waffen oder Geld gelagert werden, Drogenlabore. Die ganz großen Überfälle finden ein paar Mal jährlich statt, dann nichts. Sie tauchen ab, verhalten sich ruhig, unauffällig und warten auf den nächsten großen Coupé. Der Anführer von ihnen heißt Nathaniel, seine Schwester Kate.
Nate hat früh gelernt, dass ein leerer Kühlschrank sich einen Scheiß darum schert, woher das Geld kommt. Sein Vater war irgendwann häufiger betrunken als nüchtern und kaum noch in der Lage zu arbeiten, während seine Mutter versuchte, die Familie irgendwie über Wasser zu halten. Also begann Nate bereits als Teenager gemeinsam mit seinem besten Freund zu klauen, fremde Taschen zu erleichtern und schließlich Gras und andere leichte Drogen zu verticken. Anfangs ging es ihm vor allem darum, Geld für seine Mutter und seine jüngere Schwester nach Hause zu bringen, doch irgendwann gefiel ihm auch das schnelle Geld und die Freiheit, die damit einherging.
Mit zwanzig landete er schließlich im Knast – allerdings nicht wegen seiner kriminellen Geschäfte. Als sein betrunkener Vater wieder einmal seine Mutter und seine Schwester schlug, ging Nate dazwischen und hörte erst auf, als der Mann beinahe tot am Boden lag. Bereut hat er das bis heute nicht. Hinter Gittern lernte er schließlich einige der Männer kennen, mit denen er nach seiner Entlassung eine eigene Crew gründete. Was mit Drogenhandel begann, entwickelte sich später, auch durch den Einstieg seiner Schwester, zu gezielt geplanten Einbrüchen bei wohlhabenden Leuten. Eine gemeinsam gekaufte Bar, die offiziell auf den Namen seiner Schwester läuft, dient ihnen heute als legale Fassade und Treffpunkt.
Mit 45 ist Nate rau, direkt und mit einer großen Klappe ausgestattet, die ihn regelmäßig in Schwierigkeiten bringt. Er flucht, provoziert gerne, hält wenig von Autoritäten und besitzt eine ziemlich flexible Moral, ohne sich einzureden, noch immer nur aus Not kriminell zu sein. Familie und Loyalität sind dagegen seine wunden Punkte. Wer zu seinen Leuten gehört, kann sich darauf verlassen, dass Nate hinter ihm steht – wer ihnen etwas antut, sollte besser hoffen, dass er inzwischen tatsächlich gelernt hat, rechtzeitig aufzuhören.
Keiner kennt sie so genau, keiner weiß was in ihr vorgeht. Es gibt Tage, wo sie verschlossen und schweigsam ist. Tage, an denen sie sie von ihrer eigenen Trauer umgeben ist. Manchmal lacht sie, manchmal aber tut sie auch nur so, als würde sie lachen, nur um unangenehmen Fragen aus dem Weg gehen zu können. In Kate Hall, 41, verbirgt sich etwas Dunkles, etwas Geheimnisvolles. Sie versucht einfach nur die Hölle auf Erden zu überleben – ja, so nennt sie ihr aktuelles Leben. Geprägt durch ihre Vergangenheit (entweder Tod des eigenen Kindes oder irgendetwas anderes Dramatisches) verspürt sie eine vollkommene Gleichgültigkeit. Sie schert sich nicht um ihr eigenes Leben, ist Fremden gegenüber misstrauisch. Freunden gegenüber eher aufopferungsvoll, besonders für ihren großen Bruder, Nate, würde sie alles tun. Durch ihre innere Abgestumpftheit – wie sie es gerne mal selbst so nennt – ist sie risikofreudiger und fürchtet sich nicht vor Konsequenzen. Dadurch trifft sie hin und wieder unüberlegte Entscheidungen. Man sagt ihr nach sie sei impulsiv. Überqualifiziert. Ein geschmissenes Studium versaute ihr ganzes Leben. Nun wohnt sie in einer kleinen Wohnung, arbeitet in einem Diner und versucht einfach nur zu überleben. Sie hat sich der Gang ihres Bruders angeschlossen. Aktiv wirkt sie bei den Überfällen nicht mit, aber sie lagert die Beute, denn wahrscheinlich wäre sie die Letzte, die man mit der Gang in Verbindung bringen würde, auch wenn sie die Schwester von dem Mann ist, der die Gruppe anführt.
Er ist im Frühjahr aufgetaucht und hat sich Mick Vance genannt. Sechsundvierzig, aus Pennsylvania, zwei Touren, danach zwanzig Jahre Ladung im Osten von Ohio, für Leute, deren Namen er nicht nennt. Dazwischen zwei Jahre gesessen. Er redet nicht darüber, und das ist das Überzeugendste daran. Reyes hat aus dem Männergefängnis heraus für ihn gebürgt, und die Idee, mit der er sich seinen Platz gekauft hat, hat in elf Wochen sechsstellig gespart. Er wohnt in Wilmington über einem Waschsalon und schläft besser, wenn unten eine Maschine läuft. In vollen Räumen steht er am Fenster und sieht raus, und die meisten halten ihn für einen, der zu wenig schläft. Nates Kaffeebestellung kannte er vor Nates Nachnamen. Kate misstraut ihm seit dem ersten Abend. Er weiß nicht, warum, und das beschäftigt ihn mehr, als es sollte.














