Ich bin in einer Welt aufgewachsen, in der Perfektion wichtiger war als Liebe. Fehler bedeuteten Strafe, nicht Verständnis, und egal, was ich erreicht habe – es war nie genug. Dieses Gefühl habe ich lange mit mir getragen.
Nach außen wirke ich kontrolliert, ruhig und gefasst, aber innerlich war ich lange von Angst und Selbstzweifeln geprägt. Kunst, Bücher und später auch meine Familie wurden zu meinen Zufluchtsorten. Als ich selbst Mutter wurde, wollte ich alles besser machen – liebevoller sein, geduldiger. Und doch habe ich gemerkt, wie schwer es ist, den eigenen Mustern wirklich zu entkommen.
Der Verlust meiner Tochter hat mich zerbrochen. Die Schuld, die Hoffnung, die Ungewissheit – all das hat mich nie losgelassen. Ich habe versucht, weiterzumachen, stark zu bleiben, aber irgendwann habe ich mich selbst verloren.
Heute bin ich leiser geworden. Sanfter. Ich höre mehr zu, urteile weniger und versuche, Dinge anzunehmen, die ich nicht kontrollieren kann. Ich bin immer noch nicht frei von meinen Ängsten oder Zweifeln, aber ich habe gelernt, mit ihnen zu leben. Und vielleicht reicht es inzwischen, nicht perfekt zu sein – sondern einfach weiterzumachen.
03.05.2026, 17:25
04.05.2026, 12:20
2 & 2
1 Inplayposts