Es gibt Dinge, die einfach passieren. Ohne Vorwarnung. Ohne Erklärung. Ohne Sinn.
Ein falscher Schritt. Ein Flackern in der Luft. Ein Moment, in dem sich die Welt seltsam falsch anfühlt - und plötzlich ist man nicht mehr dort, wo man eben noch war. Wer durch diesen Riss gerät, findet sich in Maple Creek wieder. Einer abgelegenen Kleinstadt irgendwo in den 1980ern. Neonlichter summen leise, aus alten Radios laufen dieselben Songs in Dauerschleife, das Kino wirbt für Filme, die längst Kultstatus haben sollten. Alles wirkt vertraut. Fast gemütlich.
Denn Maple Creek lässt einen nicht gehen.
Hier vergeht die Zeit - aber sie endet nie. Die Jahreszeiten wechseln, Menschen werden älter, Häuser verfallen. Doch am Ende jedes Jahres springt alles zurück. Der erste Tag des Jahres kommt wieder. Dasselbe Jahr. Dieselben Feste. Die Welt da draußen hat die Bewohner längst vergessen. Sie existieren nur noch hier, in dieser Zeitschleife, gefangen in einem perfekten, ewigen Albtraum.
Der einzige Ort, an dem der Nebel nicht eindringt, ist Camp Maple Lake am Rand der Stadt. Ein altes Sommercamp mit verfallenen Holzhütten, einem dunklen See und rostigen Schildern aus besseren Zeiten. Ein Ort, der wie eine eigene Welt scheint, unberührt von der Zeitschleife. Hier, fernab der Stadt, spüren die Bewohner Maple Creeks eine seltsame Ruhe, eine kurzzeitige Flucht vor dem Nebel und dem ewigen Albtraum.
Fest steht nur eines:
Maple Creek vergisst nichts.











